Der Klub der Selbstmörder

Клуб самоубийц

1f1f1a838bede8fffa09d3390b8bac77Man muss kein Superschlauer sein,

um zu verstehen, dass die Lage der Clique Poroschenko/Jazenjuk sich ihrem logischen Ende nähert

und die heutigen Anführer des Kiewer Regimes Glück haben müssen,

wenn sie es noch schaffen wollen, wegzulaufen.

.

Rostislaw Ischtschenko    03.08.2015    Übersetzt aus dem russischen: Thomas

Als die USA am Anfang 2014 in die Ukraine kamen war ihr Aufenthalt nur für kurze Zeit vorgesehen, man wollte dort nicht für lange Zeit bleiben. Für sie war es nur wichtig, Russland zu zwingen, die Armee in die Ukraine zu senden. Wonach Moskau sein Vietnam mit Afghanistan gemixt in einem Flakon hätte und die USA hätten die internationale Gemeinschaft auf Grund der Missbilligung «der nicht provozierten Aggression, die nur auf die Unterdrückung der Volksrevolution gerichtet ist» konsolidieren können.

Sie drückten auf die Nerven der russischen Führung mit allen nur vorstellbaren Mitteln: mit dem Durchsickernlassen der Informationen über die Absicht Washingtons, den Militärstützpunkt in Sewastopol zu übernehmen und damit von dort die Schwarzmeerflotte zu verdrängen, dem echten Nazicharakter des Umsturzes, der Verletzung der Garantien der EU der durch ihre Vertreter unterschriebenen Dokumente zur Regelung der Situation (was die tatsächliche Kapitulation Janukowytschs bedeutete), den grausamen Totschlägen in Kiew, Charkow, Odessa, Mariupol, dem Angriff auf den Donbass von der regulären Armee (was ein Verstoß gegen die internationalen Normen wie auch gegen die ukrainische Verfassung war), und was außerdem absolut sinnlos war, denn da hätte man sich noch zu beiderseitig akzeptablen Bedingungen vereinbaren können.

Im Allgemeinen, alle die Handlungen aufzuzählen, die auf die Provokation des russischen Einfalls gerichtet waren, geht gegen unendlich. Die USA hatten sich an dem Krieg am 08.08.08 ein Beispiel genommen, in dem Russland Tiflis und Washington erfolgreich abgefangen hatte und auf die Aggression mit bewaffneter Gewalt geantwortet hatte. Das hatten sie von Russland nicht erwartet und genau deshalb hatten sie sich dieses Mal entschieden, dieselbe Partie, nur mit einem anderen Ergebnis zu spielen. Und Moskau schuf die Bedingungen für eine noch glänzendere Militärkampagne, diesmal gegen das Kiewer Naziregime, die informationspolitische Falle wurde vorbereitet. Deshalb übrigens war die Reaktion des Westens auf die Krimübernahme zuerst so ruhig. Man wartete auf die weiteren Handlungen. Imitierte die Schwäche der Macht. Ermöglichte «dem Russischen Frühling», sich in der kontrollierten Form zu entwickeln.

Als dann klar wurde, dass die Russen nicht einmarschieren würden – waren tatsächlich alle Widerstandsherde augenblicklich unterdrückt und es haben nur in Donezk und Lugansk die Ereignisse begonnen, sich anders zu entwickeln. Das explosive Gemisch von «russischen Freiwilligen» und der oligarchischen Abteilungen, berufen, die bewaffnete Kontrolle der „Donezker“ über die entscheidende Region auszuüben (wie der Trumpf bei den Verhandlungen mit den Putschisten über die Einteilung der Einflusssphären in der Ukraine nach Janukowytsch) hat sich wirklich in ausreichender Stärke zufällig gebildet.

Infolge dieser Zufälligkeit, so hat es sich erwiesen,  ist nicht nur das amerikanische Drehbuch zerbrochen, den Kreml abzuschreiben, die Krim zu ergreifen und den USA zu gestatten, sich an dem von ihnen in der Ukraine installierten Regime nach Herzenslust zu erfreuen. Es ging allerdings auch das russische Drehbuch kaputt. Nachdem im Donbass die Kämpfe mit der regulären ukrainischen Armee angefangen hatten, konnte Russland ihr schon nicht mehr einfach gestatten, den gegebenen Aufstand zu unterdrücken, so künstlich er auch in der ersten Etappe war. Moskau musste eine doppelte Aufgabe lösen: den Angriff der ukrainischen Armee aufhalten, ohne die Truppen formell einzuführen und die Führung des Aufstandes unter Kontrolle zu bringen, ohne das man diese Kontrolle offiziell nachweisen konnte.

Das Entstehen eines für die Realisierung der russischen Strategie ungeeigneten Herdes des bewaffneten Konfliktes im Donbass, hat die USA zur Lösung auf den Plan gerufen, den russischen Satz mit einem Spiel in der Verlängerung zu übernehmen. Poroschenko sollte die wie eine Betriebsunterbrechung scheinende Aufgabe lösen – mit beliebigen Mitteln, vom Genozid an der lokalen Bevölkerung bis zum terroristischen Beschuss der Städte und sogar des russischen Territoriums, um Moskau öffentlich dazu zu bringen, die Truppen wenn schon nicht nach Kiew, so doch wenigstens in den Donbass zu schicken (zwecks des Schutzes der russischen Bevölkerung). In anderthalb Jahren hat die Regierung Poroschenko diese Aufgabe nicht gelöst und nun wird sie sie auch nicht mehr lösen.

Nach diesem Muster ist die unter Berücksichtigung der Situation im Donbass modernisierte Strategie der USA in der Ukraine auch durchgefallen. Statt ein Vietnam für Russland zu schaffen, beteiligte sich Washington wieder zunehmend tiefer an seinem eigenen Vietnam. Das unbegabte Regime muss man finanzieren und politisch unterstützen, anders wird es keinen Monat  durchhalten. Man muss am Antirussischen in der EU festhalten, die auf einen kleinen siegreichen informations-diplomatischen Krieg gegen Russland eingestellt war (bei dem alle Kosten mit Trophäen, den Reparationen und den Kontributionen gedeckt sind), aber auf keine Weise auf eine so langwierige Opposition, die die europäische Wirtschaft und die Einheit in der EU zerstört. Und es wird alles immer noch schwieriger werden und es wird auch immer schwieriger, dass zu verbergen. Die proamerikanischen Politiker riskieren, die Macht im Verlauf der nächsten Wahlen zu verlieren (oder sie müssten zum Regime der Diktatur, dass für Europa nicht comme il faut ist, übergehen). Tatsächlich hat das Kiewer Regime der unbegabten schelmischen Gauner, anstatt für Russland Schwierigkeiten zu schaffen, die Schwierigkeiten nur für die USA produziert. So ist es allerhöchste Zeit geworden, das Regime zu tauschen.

Es scheint ein tadelloser logischer Plan zu sein, laut dem der rechte Sektor und die übrigen Nazis, zusammen mit den infizierten Nazis aus der Armee und den Sonderdiensten das Regime Poroschenko wegfegen sollen. Man könnte dann die offene Nazidiktatur feststellen, wonach sich die USA die Hände in Unschuld waschen  und  zusätzlich erklären könnten, dass zu der Entwicklung der Situation die destruktive Position Russlands beigetragen hätte.

Jedoch verstehen die Washingtoner Politiker – diese Menschen sind gut genug gebildet, um sofort zu verstehen, dass wenn Sie die einzige Variante realisieren und das dann ganz offensichtlich ist, dass dann der Opponent natürlich auf das Konterspiel vorbereitet sein wird. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass sich der Übergang der Macht von Poroschenko zu den Nazis etappenweise verwirklichen wird. Und die USA werden sich bemühen, sich einige Varianten des Spieles in der Ukraine aufzubewahren.

Nicht zufällig konnte man vor kurzem beobachten, dass Ex-Regionale, die den Oppositionsblock in Kiew bilden und solche Ex-Regionale, die ganz leise in der Emigration in Moskau sitzen, plötzlich aktiviert wurden. Dobkin hat den Anfang der Protestaktionen in Charkow erklärt (dann griff der rechte Sektor sein Büro an) und zeitgleich wurde in Moskau das Komitee der Rettung der Ukraine vorgestellt, dessen Führer versprochen haben, dass man im Verlaufe des Jahres nach der Machtübernahme in der Ukraine zu „den glücklichen“ Zeiten unter Janukowytsch — aber schon ohne Janukowytsch —  zurückkehren wird. Übrigens ist Janukowytsch aus seinem mehrmonatlichen Schlummer aufgewacht und auch er hat erklärt, dass er sich bald in die Ukraine begeben wird, um das Volk zu retten.

Der Oppositionsblock orientiert sich an der Gruppe Lewotschkin – Firtasch. Wie die anderen ukrainischen oligarchischen Gruppierungen am Verfassungsgericht. Aber der Rabe kann dem Raben kein X für ein U vormachen – ihre politische Orientierung ist absolut identisch. Der Eine wie der Andere glauben fest daran, dass man zu den Zeiten vor dem Umsturz zurückkehren kann, um wieder in der Zone der Blockfreiheit und Neutralität, oder um es plump zu erklären, zwischen Russland und dem Westen zu manövrieren, die alle Kosten der Wiederherstellung der Ukraine zu einer oligarchischen Republik Dobkin – Olejnik – Asarow übernehmen sollen. Wieder ist es „richtig“, den Staatshaushalt und die Reste des sowjetischen Erbes zu teilen. Im Allgemeinen, im typisch ukrainischen Politikstil meinen sie, dass sie in keinem anderen Regime, außer dem Regime der räuberischen oligarchischen Republik  leben können und da die inneren ukrainischen Ressourcen erschöpft sind, so soll gefälligst jemand dafür bezahlen, dass sie wie früher existieren können. Warum, zum Teufel, sollten sie sich jetzt anders ernähren?

Die Informationen darüber, dass Poroschenko weder Moskau, noch Brüssel, noch Washington erreicht ist so intensiv verbreitet, dass es seltsam wäre, wenn die aufmerksam den Gang der ukrainischen Ereignisse beobachtenden ehemaligen Kiewer Herrscher das nicht bemerkt hätten. Von den Kontakten der Schattenführer des Oppositionsblocks mit der Botschaft der USA weiß auch nur der ganz Faule nichts. Dass viele Regionale-Emigranten die engen Kontakte zu den Kollegen in Kiew pflegen und das einige sogar versuchen, ihre Verdienste Poroschenko (als Mitglieder der Regierung) anzudienen – ist auch ein offenes Geheimnis.

Der weitere Gedankengang der Handlungen ist für ukrainische Politiker im Allgemeinen und für die Partei der Regionen im Besonderen so traditionell, dass es keine Notwendigkeit gibt, den Zugang zu ihren Geheimnissen zu erlangen, um zu verstehen, welchen Plan sie haben und versuchen werden, zu realisieren.

  1. Die USA verwalten die Ukraine.
  2. Die USA sind mit Poroschenko nicht zufrieden und werden ihn austauschen.
  3. Man muss den USA die eigenen Verdienste anbieten.

Wie kann das aussehen?

  1. Poroschenko, unter dem Druck der USA, tauscht Jazenjuk gegen einen Ministerpräsidenten aus dem Oppositionsblock.
  2. Der Oppositionsblock mit allen Rechten und Pflichten bildet die parlamentarische Mehrheit.
  3. Das Parlament spricht dem Präsidenten das Misstrauen aus und, auf Empfehlung der Botschaft der USA, Poroschenko demissioniert.
  4. Der Stellvertreter des Präsidenten wird der Ministerpräsident. Und die neue Macht erklärt die Bildung einer Regierung der Volkseinheit, die gerufen wurde, zu retten und die Ukraine zu erneuern.
  5. Nach dem Aufruf der neuen Macht, kehren die politischen Emmigranten nach Hause zurück, die Verbrechen des Regimes Poroschenko werden getadelt, gegen einige besonders anrüchige Persönlichkeiten werden Strafverfahren angeregt.
  6. Die Mitglieder des Oppositionsblockes kommen in die Ukraine zurück und bei den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen wetteifert „gut“ mit noch „Besser“ (Dobkin mit Olejnik).
  7. Parallel erfüllt die neue Macht die Minsker Abkommen und besteht auf der Rückführung des Donbass in die Ukraine (da es so in Minsk verabredet wurde). Die Situation mit der Krim bleibt in der Schwebe, Kiew kommt anscheinend nicht umhin, seinen tatsächlichen Wechsel zu Russland anzuerkennen, aber die Prozedur erlaubt es nicht. Die entstehenden „Schwierigkeiten“ verschieben die Lösung dieser Frage auf spätere Jahre.
  8. Gleichzeitig, wird die neue Regierung, im Rahmen der versprochenen „Normalisierung“ der Beziehungen mit Russland, auf der Senkung der Preise für die Energieträger bestehen und die Zusammenarbeit in den strategischen Zweigen erneuern und die Überlassung neuer Kredite erwarten.

Die Realisierung solcher Pläne ist tatsächlich unmöglich. Die infizierten Nazis in der Armee und den anderen bewaffneten Strukturen werden zusammen mit „den wilden“ Nazikämpfern des rechten Sektors und den Freiwilligenbataillonen mit „der Kapitulation“ im Donbass, sowie auch mit der Rückkehr an die Macht der Regionalen nicht zustimmen, mit denen der Maidan kämpfte. Sie werden sich  bemühen sie unter Schreien zu töten, damit «die himmlische Hundert» und die «Cyborgs» vom Flughafen nicht umsonst gestorben sind, wenn Dobkin-Olejnik-Asarow die Ukraine wieder lenken. Und antifaschistische Massen als Stütze haben die Ex-Regionalen weniger, als Janukowytsch im Dezember 2013 – Februar 2014 hatte.

Aber ich bin überzeugt, dass sich die USA das Vergnügen nicht versagen werden, den Ex-Regionalen einen Versuch zu gestatten. Washington kann nichts verlieren — kann aber vieles gewinnen.

Erstens der Sturz Poroschenko durch die Hände der Nazis – die Sache ist unangenehm, da dann ein «proamerikanischer Europäer» von «proamerikanischen Radikalen» getötet wird. Und so wird fast ein „demokratischer“ Wechsel der Macht geschehen. In 2010 hat Juschtschenko, der die amerikanische Partei verlor, die Macht an Janukowytsch übergeben, der das Washingtoner Programm des Abschlusses des Assoziationsabkommens mit der EU viel wirksamer erfüllte, und alle jetzigen Regionalen-Oppositionellen halfen ihm aktiv dabei. Sie sind jetzt «neutrale blockfreie Europäer», wie auch damals. Washington kann auch einmal Pause  „machen, sein Twixs aufessen» und….. auf bessere Zeiten warten.

Zweitens wenn es völlig unverhofft den Ex-Regionalen gelingen sollte, sich mit Russland zu vereinbaren, so müßte Moskau alle Kosten (sowohl die materiellen, als auch die moralischen) von der Wiederherstellung der Ukraine als einer oligarchischen Republik übernehmen. Und Russland (und nicht Amerika, wie es jetzt wäre) müsste aus seinem Budget den Appetit der ukrainischen Oligarchie befriedigen und nebenbei, den nicht lebensfähigen Staat erhalten.

Drittens, wenn die Regionalen an die Macht  wieder zurückgekehrt sind, wird das Spiel in viele Richtungen beginnen, dass heißt, dann wird Russland für die Wiederherstellung in der Ukraine „des weichen“ proamerikanischen Regimes tatsächlich bezahlen. Es bedeutet, dass alle Kosten, von der zerstörten Wirtschaft und dem Finanzsystem beginnend und bei der bürgerlichen Opposition endend (die nirgendwohin verdampfen wird), als Misserfolge Moskaus gewertet werden müßten. Und in der Ukraine könnte man mit dem russischen Geld das proamerikanische System «der Zweiparteidemokratie» schaffen, in deren Rahmen der Oppositionsblock und das Verfassungsgericht sich gegenseitig die Macht sichern (und manchmal ersetzen,  gegen die Parteien des Maidan), unter der sicheren Aufsicht der Amerikaner, die die Nazis in den nicht so tiefen Untergrund gesperrt haben.

Viertens, man kann die Kampagne der Diskreditierung Putins innerhalb Russlands aktivieren. Doch muss man irgendwie in so einer Situation die Landwehr des Donbass entwaffnen und seine Einheit mit der Ukraine wieder herstellen, was Zehntausenden bewaffneter Menschen mit Hunderten Einheiten der schweren Panzertechnik und der Artilleriesysteme der großen Kaliber überhaupt nicht gefallen wird, wo doch gerade Verwandte und Bekannte dafür gestorben sind, niemals mehr in der Ukraine zu leben.

Im Allgemeinen, wenn es sich plötzlich so ergeben sollte, werden die USA sich einfach auf jene Positionen zurückziehen, auf denen sie sich im November 2013 befanden und für die zwei Jahre Krieg wird Russland bezahlen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es sich nicht so ergeben. Das heißt, Poroschenko durch Dobkin oder Olejnik zu ersetzen, und Jazenjuk durch Asarow oder Lewotschkin wird möglicherweise gelingen. Auch die Kontrolle über das Land zu behalten, sich mit Russland abzusprechen, den Donbass zu festigen, irgendwohin die Zehntausenden «Helden der АТО», „der Freiwilligen“ und der Nazikämpfer hinzutun, sowie dem Kanonenfutter des Maidan zu erklären, dass sie das Land zwei Jahre zerstörten und einen Bürgerkrieg führten, damit an die Macht dieselben Menschen zurückkehren, die sie mit Johlen schon im Februar 2014 verjagten, das wird nicht gehen. Und erst recht dann nicht, wenn sich die Regierung «Erlöser der Ukraine» von der Clique Poroschenko – Jazenjuk sich in kürzester Zeit als Regierung der Clique Poroschenko – Jazenjuk erweist.

Jetzt noch gespalten in einen gemäßigten und einen radikalen Teil wird die Partei des Maidans sich gegen die Wiederherstellung des alten Regimes zusammenschließen. Inzwischen verfügen weder der Oppositionsblock, noch die Regionalen-Emigranten auch nur über das Hundertstel jener Stütze in den bewaffneten Strukturen, über die Janukowytsch sogar noch am Vorabend seines Sturzes verfügte. Sie werden sie einfach erschießen, wie konterrevolutionäre Putschisten.

Auch in diesem Fall verliert Washington nicht. Die offizielle Version wird etwa so tönen: «die Menschen aus der Vergangenheit, die Mitglieder der Mannschaft Janukowytschs, mit der Unterstützung der Geheimdienste der Russischen Föderation, des Kremls und persönlich Putins haben den Putsch organisiert und haben versucht, die europäischen Eroberungen des ukrainischen Volkes zu liquidieren. Das Volk ist gegen die Verräter aufgestanden».

Zugleich kann man den ganzen verbleibenden legalen Widerstand in Kiew und  Umgebungen so ganz nebenbei den Todesstoß geben, und auf den Kreml die Schuld für die Ankunft der Nazis an der Macht in der Ukraine abwälzen. Haben angeblich ihre Mitarbeiter geschickt, den würdigen Demokraten Poroschenko (übrigens gerade der Letztgenannte hat alle Chancen, tragisch sein Leben zu beenden, ungeachtet der Möglichkeit des freiwilligen Abgangs) zu töten, daraufhin ist das Volk zu den Radikalen übergegangen.

Und endlich gibt es auch noch die dritte Variante des Spieles. Kaum wird Poroschenko die Verhandlungen mit den Regionalen über die Macht beginnen, da werden die Nazis mit schweigender Billigung der USA, ihn des Staatsverrates beschuldigen und werden sowohl die Dobkin-Leute wie auch die Poroschenko-Leute niedermachen. Dann gibt es nämlich die gute Chance, dass die Asarow-Leute, nicht dazukommen, aus Moskau anzukommen und sich damit —  so  retten.

Ich bezweifle im Übrigen nicht, dass die Ex-Regionalen (und zwar die in der Ukraine, und auch die außerhalb ihrer Grenzen) es ganz aufrichtig meinen, dass das Volk davon träumt, zu «den hellen Zeiten» der Regierungen der Partei der Regionen zurückzukehren, dass Russland auch schläft und nicht sieht, daß «die ukrainischen Partner» zur Macht in Kiew wieder zurückkehren, dass sich die EU und die USA des „Fehlers“ des Februar 2014 bewußt geworden sind und ihnen jetzt wohlgeneigt sein werden. Oder kurz gesagt, dass sich die ganze Welt nur eben darum sorgt, dass es ihnen gut geht.

Und genau das ist ihr fataler Fehler. Sie verstehen es nicht, die sich ändernde politische Lage adäquat zu bewerten, warum haben sie in 2013-2014 verloren, obwohl sie in den Händen alle Trümpfe hatten. Dann gelang es ihnen, heil zu bleiben. Dieser neue Fehler kann sie (oder vielen von ihnen) das Leben kosten. Aber wir wissen doch, dass wenn der liebe Gott wünscht, den Menschen zu bestrafen, dann entzieht er ihm  seine Vernunft. Die Menschen denken, dass sie die politische Kraft der Zukunft organisieren und haben in Wirklichkeit den Klub der Selbstmörder geschaffen.

Invictus maneo!

Rostislaw Ischtschenko, Kommentator «Russland heute“

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3 Gedanken zu „Der Klub der Selbstmörder

  1. Günter( Petra) Düsterhus

    Nichts auf der Welt ist ist so schwer zu gestalten,wie ein lang anhaltender nachhaltiger Friede. Fast meine ganze Familie hat vor 70 Jahren in der Ukraine und Stalingrad den Tod gefunden. Ich verachte die Verantwortlichen in den USA , die der Ukraine, Russland und Deutschland schon wieder so einen auch blutigen Schaden zugefügt haben. Die Vorgänge auf dem Maidan waren geplant und wohl überlegt und gäbe es eine Gerechtigkeit wäre der Kadaver von Merkel schon längst an einem Baum aufgeknüpft verfault.

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