Was ich einen Mangel an Professionalität nenne?

3020318.06.2015  Fortsetzung des 2.Teils

 (Start Teil 2) 

Übersetzt aus dem russischen: Thomas

Die Strelkow-Leute haben sich über meinen Artikel hergemacht, um mit mir zu schimpfen. Ich rede über die Entsprechenden, die die Tatsachen abstreiten und völlig umsonst den Autor brandmarken. Wir werden sehen was sie alles abstreiten. Tatsächlich besteht der Artikel aus einigen sehr wohl durchdachten Thesen:

1. Die Position Surkows (das ist eigentlich nur hypothetisch, da er im Unterschied zu Strelkow niemals umsonst Lärm schlägt) ist mir näher als die Position Strelkows.

Ich bin berechtigt zu sagen, wen ich unterstützen will, aber nach der Meinung der Opponenten ist es schlecht, da alles was gegen Strelkow ist – für Geld geschieht, und alles, was für ihn geschieht, passiert wegen der Idee. Sie sind berechtigt, es so zu halten. In vielen Sekten arbeiten die Menschen für ihren Guru umsonst.

2. Die Mannschaft Strelkows (ungeachtet des Vorhandenseins einer guten Fachkraft – nämlich Roschin) arbeitet in der informativen Sphäre amateurhaft. Insbesondere hatte ich meine Zweifel daran, ob sich ein Offizier des FSB so benehmen kann, wie sich Strelkow benimmt. Ich überprüfe ein Datum seiner Biografie und finde Material in Wikipedia, in dem offensichtlich eine Variante seiner Lebensbeschreibung nicht mit kanonischen Informationen übereinstimmt. Es gibt keine anderen Bestätigungen für die Biografie, außer den Worten Strelkows. Das bedeutet, man kann der einen Variante glauben – oder auch nicht. Meine Zweifel vergrößern sich weiter. Und ich schreibe, dass eine Profimannschaft schon seit langem einige stimmige Biografie veröffentlicht hätte und die bei Wikipedia wäre korrigiert worden und man hätte seine ehemaligen Kollegen gefunden und sie der Öffentlichkeit vorgestellt. Gleichzeitig vermitteln die Strelkow-Leute in dem unter Pseudonym geführten Interview den Eindruck, als könnte beim FSB wie im Büro in „Das Geweih und die Hufe“ (Barnyard, Film) beschrieben wird, jeder tun und lassen kann was er will. Die Daten seines Eintritts beim FSB sind selbst bei Quellen, die Strelkow gewogen sind, unterschiedlich. Gerade eben ist eine vierte Variante bekannt geworden. Das heißt, das Informationsteam ist unprofessionell (Dumm frisst Brot).

Was werden die Strelkow-Leute antworten? Sie beginnen, die Identität des Rentner-Obersten auf den Bildschirmen zu veröffentlichen. Dabei sagen sie selbst, dass es sehr leicht ist, Bildschirme in Zweifel zu stellen. Ich werde das nicht tun. Ich bin ohne jede Prüfungen bereit, ihre Authentizität anzuerkennen. Weil für die These des Artikels – der Oberst Strelkow nicht grundsätzlich entscheidend ist. Grundsätzlich ist ganz eindeutig, dass seine Mannschaft amateurhaft arbeitet, denn obwohl sie sich im Zustand der aktiven informativen Opposition befindet, lässt sie der Situation mit der Biografie ihres Chefs freien Lauf.

3. Ein Offizier des FSB, der auf das Territorium eines benachbarten Staates zur Organisation einer aufständischen Bewegung vordringt, der verletzt nicht nur die amtlichen Instruktionen, sondern er begeht tatsächlich Verrat, für den das Land geradezustehen hat. Oder irre ich mich und die Offiziere vom FSB und dem Auslandsnachrichtendienst gehen nach „Ankunft irgendwo im Ausland“ zum lokalen Fernsehen und sagen: ich bin der und der und ich habe die und die Aufgabe und hinter mir stehen Russland und Putin?

Diese Tatsache wird nicht abgestritten. Sie versäumen es einfach, ohne Erklärungen abzugeben und murmeln nur etwas von „man musste den Donbass retten“. Auf welche Weise die Rettung des Donbass erfolgen soll wurde von dem Selbstdarsteller Strelkow nicht erklärt.

4. Solche Handlungen waren eine offensichtliche Selbstherrlichkeit. Wenn man einen Oberst vom FSB in den Donbass schickt, dann wissen alle, dass man dahin möglicherweise auch die Armee schicken kann. Welchen Unterschied gibt es zwischen einem Oberst und einem Generaloberst mit Truppen – es ist dennoch eine Aggression. Umso mehr, da der Genosse standrechtliche Erschießungen von Bürgern eines anderen Staates für Vergehen eingestanden hat, die im alltäglichen Leben mit administrativen Strafen oder sogar Bewährungsstrafen bewehrt sind. Zum Kern der Sache braucht man uns nichts zu antworten, aber man sollte auch nie wieder behaupten, dass Strelkow den Donbass gerettet hat.

5. Da Strelkow zu den rechtsradikalen monarchistischen Kreisen gehört, die die geltende russische Macht schwächen wollen und davon träumen, sie mit ihrer eigenen Diktatur (ähnlich der ukrainischen, nur mit umgekehrtem Vorzeichen) zu ersetzen, muß er erkennen, dass der Griff nach dem Donbass mit einer falschen Einschätzung der Absichten der russischen Macht verbunden war. Das heißt, sie wollten eigentlich nur den Krieg imitieren und die Dividenden bekommen und es zeigte sich, dass ein ernster Krieg angefangen hat. Dabei habe ich bemerkt, dass wie mich auch, so verwendete man Strelkow auch auf der Basis seiner persönlichen Qualitäten, eher im Dunklen.

Diese These bestreitet niemand. Es gibt sogar eine große Menge Leute, die erklären: „Ja, diese Macht muss man raustragen und in den Ländern Patrioten an die Spitze stellen“. Das heißt, die Mission Strelkows und eines bedeutenden Teils seiner Unterstützergruppe muß bewertet werden, wie eine Radikalopposition der Behörden – es ist üblich, so etwas als Vorbereitung eines „patriotischen Majdan“ zu bezeichnen.

Und das Wichtigste, selbst wenn überzeugend bewiesen wäre, dass Strelkow General vom FSB oder der Auslandsaufklärung gewesen wäre – das ändert nichts am Wesen der Sache, im Gegenteil, die Situation würde noch schlechter werden. Je höher sein Titel ist, desto destruktiver würden seine Handlungen aussehen.

Und genau das nenne ich eben Unprofessionalität – es zu übernehmen, gerade jenes Fragment des Artikels zu widerlegen, daß sich im Falle des erfolgreichen Widerlegens, für sie als noch schlechter erweisen wird. Außerdem wird nicht das widerlegt wovon die Rede ist – die Unprofessionalität der Mannschaft ist wirklich unumstritten. Es wird eine Illustration dieser Unprofessionalität, weil im Falle des Erfolges die Frage entsteht: „Warum haben Sie das alles nicht eher gesagt, gemacht, getan oder haben bereits früher darüber geschrieben?“ – nicht nur übrig bleibt sondern sich auch ständig aktualisiert.

Und nun haben endlich diese „Spezialisten“ in einem hysterischen Anfall das ganze Material aus dem Internet vertrieben, was die Zahl seiner Aufrufe noch vergrößert hat. Ich „hätte“ es besser einfach nicht bemerkt.

Wenn ich ein böser Mensch wäre und sie noch mehr reizen wollte — was ich aber nicht tun werde weil ich ein guter bin — würde ich noch mehr über Strelkow schreiben, so verspreche ich aber, es nicht mehr zu tun. Wer solche Freunde hat wie er sie hat, der braucht keine Feinde. Sie selbst werden ihn unter die Erde bringen.

Rostislaw Ischtschenko, Kommentator MIA „Russland heute“

http://cont.ws/post/94534

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Ein Gedanke zu „Was ich einen Mangel an Professionalität nenne?

  1. Pingback: Von Slowjansk bis nach Minsk | Rostislaw Ischtschenko

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